Modul «Interdisziplinäre Aspekte des digitalen Wandels»


Angebot im Wahlbereich der Geistes- und Sozialwissenschaften (Bachelor) im Wintersemester 2016/17.


Mehr zum interdisziplinären Angebot und dort erbrachten Studienleistungen in früheren Semestern.


Teile des Moduls (Vorlesung / Seminar bzw. Praktikum) können auch von Informatik-Studenten belegt und auf verschiedene Weise angerechnet werden.


Die Einschreibung im Wahlbereich der Geistes- und Sozialwissenschaften (Bachelor) erfolgt zunächst über almaweb. Die weitere Aufteilung der Studierenden, die einen Platz im Modul zugeteilt bekommen haben, auf Seminare und Praktikumsgruppen erfolgt über das BIS-OLAT-Portal (Kurs W16.BIS.Wahl) unserer Fakultät. Bitte registrieren Sie sich dort mit Ihrem studserv-Account und schreiben sich in den Kurs ein. Weitere Informationen erfolgen in der ersten Vorlesung am 11.10.
Studierende unserer Fakultät schreiben sich direkt über das BIS-OLAT-Portal in den Kurs ein.

Organisatorisches


Als Modul 10–201-2335 im Wahlbereich der Geistes- und Sozialwissenschaften (Bachelor) anrechenbar. Vorlesung und Seminar sind weiterhin als Seminarmodul 10–202-2330 im Master Informatik und Staatsexamen Lehramt Informatik anrechenbar. Für Studierende der Informatik bestehen weitere Anrechnungsmöglichkeiten.


Kurzdarstellung des Lehrangebots als PDF DocumentPoster.


Das Modul besteht aus drei Teilen

  • einer Vorlesung, in der einige grundlegende Aspekte des Spannungsverhältnisses thematisiert werden, in dem sich der digitale Wandel vollzieht,
  • einem Seminar, in dem Sie in einem Seminarvortrag ein aktuelles Thema aus diesem Spannungsfeld präsentieren und zur Diskussion stellen,

und

  • einem Projektpraktikum, in dem in einem interdisziplinären Team eine komplexe Aufgabenstellung zu bearbeiten ist, wobei das Zusammenspiel von Kompetenzen aus verschiedenen Fachgebieten erforderlich ist.

Teile des Modulangebots können von Studierenden der Informatik auf verschiedene Weise angerechnet werden, etwa im Rahmen der fakultätsinternen Schlüsselqualifikation. Dies wird zu Beginn des Semesters im Detail besprochen.

Inhaltliches


Digitale Technologien sind “pervasive” Technologien, die alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durchziehen und prägen. Aus der Vielzahl der möglichen Ansätze einer genaueren Betrachtung des digitalen Wandels greift die Vorlesung den Begriff der Privatsphäre im Internetzeitalter heraus. Von dort aus lassen sich wichtige konzeptionelle und technische Entwicklungen im Internet einordnen, worauf sich zugleich die Vorlesung in ihrem Kernbereich beschränkt.


„Wenn wir unsere Privatsphäre nicht schützen, werden wir sie verlieren.“ (Eric Schmidt, promovierter Informatiker und ehemaliger CEO von Google in einem Vortrag am 30. Mai 2013 an der Universität Leipzig). Die Befestigung der Privatsphäre steht in engem Wechselverhältnis zu einer funktionierenden politischen Öffentlichkeit. Für beide Seiten – die Möglichkeiten privat verantworteten Handelns wie die freie Rede freier Bürger – ergeben sich mit den Vernetzungsstrukturen des modernen Internets neue konzeptionelle und technische Möglichkeiten, deren verständige Nutzung zu erlernen ist.


Jede Vorlesung besteht aus 60 min. Vortrag und 30 min. Diskussion.


Im Seminar tragen die Teilnehmer über eigene Erfahrungen mit dem digitalen Wandel vor. Zum Beginn des Seminars werden mögliche Vortragsthemen angeboten, Sie können aber auch eigene Vorschläge unterbreiten.


Im Praktikum ist ein praktisches Thema vorwiegend aus dem Bereich der Digital Humanities im Team zu bearbeiten. Idealerweise sind die Teams interdisziplinär zusammengesetzt, so dass auch informationstechnischer Sachverstand in dem Umfang im Team zur Verfügung steht, der für die technische Umsetzung erforderlich ist.

Angebotene Projektthemen

Merseburger Zaubersprüche


Betreuer: Dr. Stefan Jänicke

Hintergrund und Zielstellung: Die Merseburger Zaubersprüche sind in vielen Kontexten zitiert und referenziert, etwa auf verschiedenen Webseiten, in Büchern oder in Liedern. Das Team hat den Auftrag, sich hierzu einen angemessenen Überblick zu verschaffen, die Informationen zu den Quellen zu systematisieren und als Vorarbeit für eine interaktive Visualisierung zur Untersuchung des Einflusses der Merseburger Zaubersprüche in einem digital weiterverarbeitbaren Format als Datenbasis zu konsolidieren. Teil der Projektarbeit ist dabei auch eine Analyse der geisteswissenschaftlichen Forschungsfragen, die mit einem derartigen System und den zu sammelnden Daten untersucht werden können.

Hexenverfolgung


Betreuer: Dr. Stefan Jänicke

Hintergrund und Zielstellung: Das Thema Hexenverfolgungen ist im einschlägigen Wikipedia-Aufsatz genauer dargestellt. Weiterhin sind im Internet eine ganze Reihe von Einzelschicksalen genauer recherchiert und dokumentiert. Das Team hat den Auftrag, die verschiedenen Informationen (z.B. Ort, Datum, Grund der Verfolgung, Urteilsspruch) zu systematisieren und als Vorarbeit für eine interaktive Visualisierung zur Exploration dokumentierter Hexenverfolgungen in einem digital weiterverarbeitbaren Format als Datenbasis zu konsolidieren. Teil der Projektarbeit wird dabei auch die Präzisierung der geisteswissenschaftlichen Relevanz des Projektes sein, die im Diskurs mit Fachleuten zu erörtern ist.

Datenschutz bei PC‘s und Smartphones

Betreuer: Sascha Ludwig

Hintergrund und Zielstellung: Das Thema „Datenschutz bei PC‘s und Smartphones“ beschäftigt sich hauptsächlich mit den Bereichen des Tracking und der Profilbildung sowie Gegenmaßnahmen gegen diese. Dabei liegt der Fokus zur Hälfte auf herkömmlichen PC‘s und Webbrowsern sowie zur anderen Hälfte bei Smartphones. Diese beiden Systeme unterscheiden sich in der Art der erhobenen Daten stark. Die Teilnehmer Innen sollen hierbei nicht nur Recherchearbeiten zum Thema leisten sondern sich auch Gedanken über eine eigene, prototypische (Selbst-)Datenschutz-App machen.
Das Team bearbeitet folgende 6 Themenblöcke á 2 Wochen Bearbeitungszeit. Die ersten drei Termine beschäftigen sich mit Datenschutz auf Webseiten und am PC. Die letzten drei Termine verlegen den Fokus auf mobile Endgeräte und deren Apps.
• Einarbeitung in das Thema Datenschutz, Tracking und Profilbildung
• Gegenmaßnahmen zu Tracking. Erhöhung der Privatsphäre
• Analyse einer Datenschutzerklärung über die Zeit
• Unterschiede PC‘s zu Smartphones bzgl. Datenschutz
• Anforderungen an eine Datenschutz-App
• Grafische Visualisierung der Datenschutz-App


 
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