Interdisziplinäres Lehrangebot – Wintersemester 2014/15


Im Wintersemester 2014/15 wurde neben dem Modul 10–201-2335 erstmals das Modul 10–202-2330 “Gesellschaftliche Strukturen im digitalen Wandel” als Seminarmodul im Master Informatik angeboten.


Mit Unterstützung durch Mittel der Laboruniversität wurde die von uns im Rahmen der Projektpraktika sowie des Softwaretechnik-Praktikums eingesetzte Scrum-Methodik weiter verfeinert, Tutoren in deren Anwendung geschult und weitere Handreichungen entwickelt.



Abgeschlossen wurde der Kurs mit dem 8. Interdisziplinären Gespräch “Wege des digitalen Wandels”.


4 Studierende schlossen das Modul 10–201-2335 im Wahlbereich Bachelor GSW erfolgreich ab.
Das Modul 10–202-2330 schloss ein Studierender Lehramt Informatik sowie 4 Studierende im Master Informatik erfolgreich ab.
6 Studierende der Informatik haben das Projektpraktikum erfolgreich absolviert.


Folgende Praktikumsthemen wurden bearbeitet:

Haushaltsdaten der Stadt Leipzig

Betreuer: Prof. Hans-Gert Gräbe
Tutor: Marius Brunnert, Informatik
In Zusammenarbeit mit Matthias Redlich und Philipp Glinka, Institut für Öffentliche Finanzen und Public Management

Hintergrund und Ziel: Seit 2007 bestand für Leipziger Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich über einen Interaktiven Haushaltsplanrechner direkt in die Debatte zur Haushaltsplanung einzubringen. Letztmalig, bereits in überarbeiteter Form, stand diese Möglichkeit im Jahr 2012 für den Haushalt 2013 offen. Mit der Umstellung auf das doppische Buchungsverfahren wurde eine Überarbeitung des vorhandenen Interaktiven Haushaltsplans erforderlich. Mit Blick auf die geringe Resonanz und die entstehenden Kosten wurde diese Beteiligungsoption deshalb mit dem Haushalt 2014 eingestellt. Auf den Seiten des Forum Bürgerstadt Leipzig finden sich noch Bürgergutachten und Dokumentation zum Haushaltsplan. In einem gemeinsamen Projekt von Stadt und Uni Leipzig soll das Vorhaben auf eine solidere Grundlage gestellt werden.

Projektauftrag: Das Projektteam soll sich mit Fragen der Systematik des Leipziger Stadthaushalts, Handlungsspielräumen, Optionen, Beteiligungsmöglichkeiten genauer befassen und eine Anforderungsanalyse erstellen, was in einem Interaktiven Haushaltsplanrechner praktisch umsetzbar ist.
Dabei ging es um genauere Bestandsaufnahme

  • der Leipziger Aktivitäten hinsichtlich einer partizipativen Bürgerbeteiligung in der Haushaltsplanung im Umfeld des bisherigen interaktiven Haushaltsplanrechners,
  • der Möglichkeiten und Spielräume, die Leipzig als Kommune zur eigenen Gestaltung des Haushalts hat bzw. sich einräumt,
  • von aktuell bestehenden Möglichkeiten und Praxen, Haushaltsdaten auf der Basis semantischer Technologien zu aggregieren und zu visualisieren sowie
  • der für das weitere Vorgehen verfügbaren Datenformate.

Auf dieser Basis soll ein realistisches Szenario für einen “interaktiven Haushaltsplanrechner” als Beteiligungsinstrument entwickelt und zu einer Anforderungsanalyse verdichtet werden, das von einer Gruppe im SWT-Praktikum umgesetzt werden kann. Die Erstellung eines solchen Szenarios schließt erste prototypische Datentransformationen in Richtung standardisierter semantischer Datenformate als “proof of concept” für die Strukturierung der Datenschicht ein.

Projektergebnis: Gemeinsame Webseite im Leipzig-Data-Portal, auf der die Beiträge beider Gruppen (sowohl der Analysegruppe im Wintersemester 2014/15 als auch der Gruppe im SWT-Praktikum) dargestellt sind.
Das Projekt ist ein wesentlicher Baustein des in enger Zusammenarbeit der Koordinierungsstelle für Bürgerbeteiligung der Stadt Leipzig („Leipzig weiter denken“), dem Dezernat Finanzen der Stadt Leipzig und dem Institut für Öffentliche Finanzen und Public Management entwickelten Vorhabens „Nachhaltige Stadtfinanzen – Akzeptanzsteigerung der bürgerschaftlichen Beteiligung an der Haushaltsplanung“, das im Rahmen der Initiative „Zukunfts Werk Stadt” im Zeitraum von Oktober 2014 bis August 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durch Fördermittel unterstützt wurde.

Musik, Künstler und ihre Fans

Betreuer: Prof. Hans-Gert Gräbe
Tutor: Simon Johanning, Informatik

Hintergrund und Ziel: Mit dem Aufkommen digitaler Distributionsformen für Musik haben sich eine Vielzahl neuer Vermarktungsmöglichkeiten für die Produkte von Musikern und Bands ergeben. Wo 'in analoger' Zeit dem Label auch für die Vermarktung der Musik eine große Rolle zukam, ist es heutzutage (zumindest technisch) möglich, dass Musiker ihre Musik in digitalen Formaten direkt an den Musikliebhaber verkaufen.
Es hat sich jedoch eine überbürokratisierte und intransparente Verwertungskette entwickelt, welche den Löwenanteil des Erlöses für das verkaufte Produkt verschlingt, und es dem Musiker unmöglich macht nachzuvollziehen, wie viele Tracks nun wirklich verkauft wurden.
Weiterhin ist es für Musiker schwierig, aber wichtig, einen direkten Kontakt zu ihren Fans zu haben. Dieser ist häufig sehr einseitig und es ist für den Musiker schwierig, Informationen über seine Fans zu erhalten oder nur bestimmte Teilgruppen der Fangemeinde anzusprechen.
Ziel des Projektes ist es in direktem Kontakt mit lokalen Musikern zu eruieren, welche Fragestellung innerhalb dieses Kontextes für Musiker und Fans von Bedeutung sind, und eine (prototypische) technische Lösung für bestimmte Teilprobleme zu entwickeln.
Projektauftrag: Im Projekt soll untersucht werden, wie dezentrale semantische Konzepte und Technologien eingesetzt werden können, um Musiker und deren Fans (wieder) näher zusammenzubringen und die heute übermächtige Vermittlerrolle der Mediatoren (Labels, Musikindustrie, Kommunikationsplattformen und -medien, Distributoren) auf ein sinnvolles Maß zu beschränken. Dazu soll ein Themengebiet genauer abgesteckt werden und dieses sowohl von der Motivationslage der beteiligten Stakeholder (Künstler, Veranstalter, Labels, Fans) als auch aus der Perspektive neuer technischer Möglichkeiten semantischer Ansätze tiefgründiger untersucht werden. Neben einer verbalen Analyse der Situation sollen dabei auch praktische Lösungsvorschläge erarbeitet und prototypisch umgesetzt werden.
Projektergebnis: zu ergänzen

 
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